Alternative Energie

Fossile Energie war gestern
 


Berliner Stromausschreibung für 2010 bis 2012 – Zukünftig 100% Ökostrom für öffentliche Einrichtungen?

Autor: Anne
abgelegt in: Allgemein

In diesem Jahr läuft der Vertrag zur Stromversorgung der Berliner Landeseinrichtungen mit Vattenfall aus. Obwohl Vattenfall zu den günstigsten Anbietern zählt, gehört der Konzern auch zu den am meisten kritisierten. Zeit zum Umsteigen.

Nicht zuletzt da Vattenfall größtenteils seine Energie aus Kohleabbaugebieten bezieht, dem klimaschädlichsten Rohstoff schlecht hin, ist von diesem Anbieter abzusehen. Neben den Treibhausgasen, von denen der Konzern rund 600.000 t jährlich ausstößt, kommt eine Vielzahl weiterer schlechter Nebenerscheinungen hinzu. Durch die Erschließung weiterer Tagebauten werden Naturschutzflächen zerstört. Von der sozialen Ebene betrachtet sind zunächst die von Umsiedlungen betroffen Menschen zu sehen. So müssen etwa in Brandenburg für weitere Erschließungen an drei neuen Orten etwa 900 Menschen ihre Heimat verlassen. Der Konzern redet zwar davon die künftigen Braunkohlestätten mit klimafreundlicher Technologie auszustatten. De facto handelt es sich hier bislang jedoch nur um die potentielle Anlage für einen späteren Ausbau zur CO2 Verringerung. Dieser tritt frühestens 2015 in Kraft.
Berliner Stromnetz ©flickr/gillyberlin

So viele Argumente wie gegen Vattenfall stehen, gibt es auch alternative Ökostromanbieter; die Naturstrom AG, EWS – Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy oder Lichtblick, um nur einige zu nennen. Auch wenn sich um deren Zusammensetzung und CO2 Bilanz streiten lässt, also ob Ökostrom wirklich öko ist, sind sie allemal eine bessere Wahl als die bisherigen Anbieter, welche sich fast alleinig auf fossile Ressourcen stützen.

In Berlin ginge es um 925 Gigawattstunden pro Jahr, was etwa einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 300.000 Hauhalten entspräche. Entscheidend für die Stromversorgung soll laut Grünen nicht mehr der Preis alleine sein. Zumindest gibt es einen Mindeststandart von 20% Ökostrom und 50% aus Kohle und Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), dem sich auch ein Finanzsenator Sarrazin beugen muss. Viele Umweltverbände fürchten jedoch, Berlin hat die Ausschreibung für ein Angebot auf Vattenfall zugeschneidert. Weil laut Grünen-Energiefachmann Michael Schäfer kaum ein anderer Anbieter in Berlin so günstig KWK Strom anbieten kann. Dabei wäre es wichtig als Landeshauptstadt eine Vorreiterrolle zu spielen. Das Umweltministerium, aber auch andere Städte wie Bremen und Mannheim haben diesen Schritt bereits getan.

Wie auch immer die Stadt sich entscheiden wird, zumindest die Energieversorgung in den eigenen vier Wänden entscheiden. Und mit dem Wechsel zu einem Ökostromanbieter ließe sich mehr Nachhaltigkeit ganz einfach und nebenher in den Alltag einbinden.


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