Vertreter der Solarbranche und der Bundesumweltminister einigten sich bei einem jüngsten Treffen über mögliche Anpassungen in der Förderung der Photovoltaik.

Photovoltaik ©flickr.com / horstkress
Bei einem Treffen vom Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), Vertretern der Solarbranche und dem Bundesverband für Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeichnete sich die einvernehmliche Meinung ab, dass eine Reaktion auf den wiederholt sehr hohen Zubau der Photovoltaik im vergangenen Jahr notwendig ist. Um das Vorhaben, den Ausbau der Solarstromversorgung in Deutschland in dem bisherigen Maß beizubehalten, waren die Teilnehmer des Treffens sich ob der Erhaltung der grundsätzlichen Fördermechanismen und der Begrenzung der maximalen Degression auf 24% jährlich einig.
Nachdem sich die Verhandlungen mit den Investoren als gescheitert herausstellten, musste der Hersteller multikristalliner Solarzellen in der vergangenen Woche seinen Geschäftsbetrieb endgültig einstellen.

Sonnenuntergang ©flickr.com / RGE224
Bereits im Oktober vergangenen Jahres meldete die deutsche Tochter des kanadischen Solarherstellers Arise im sächsischen Bischofswerda Insolvenz an - nun ist die Unternehmung endgültig Pleite und ihre 100 Mitarbeiter arbeitslos. Wie die Insolvenzverwalterin Bettina E. Breitenbücher bekannt gab, wird der gesamte Geschäftsbetrieb stillgelegt, weil sich kein Investor für das Unternehmen mehr finden lassen konnte.
In einem richterlichen Beschluss vom Obersten Gerichtshof in London wurde die politisch ambitionerte Entscheidung, die Einspeisetarife für Solarstrom abzusenken, kurzerhand für unrechtmäßig erklärt.

Solarstrom ©flickr.com / Dachdecker-Dachbaumeister
Zum Jahresende stoppte der oberste Gerichtshof in Großbritannien die Pläne der Regierung, die Einspeisevergütung für Solarstrom abrupt und massiv zu kürzen. Ursprünglich sollten diese bereits zum 12. Dezember in Kraft treten. Doch weil dieser Zeitpunkt elf Tage vor dem Ende der offiziellen Beratungen war, wurde das gesamte Vorhaben vom Gerichtshof für unzulässig erklärt. Jedoch geht der Beschluss des Gerichts noch weiter: es legte fest, dass die Regierung zukünftig mehr Geld für die Förderung photovoltaischer Anlagen im sozialen Wohnungsbau und an Schulen einzuplanen habe.
Für ihre Entwicklungsarbeit an organischen Solarzellen zeichnete der Bundespräsident Christian Wulff kürzlich die Dresdener Unternehmung Heliatek aus.

Deutscher Zukunftspreis ©flickr.com / hilbsch
Zusammen mit seinen Forschungspartnern erhielt das Unternehmen den Deutschen Zukunftspreis 2011 für seine Anwendung der Dotierung auf organische Halbleiter, deren Massenfertigung noch Mitte 2012 starten soll. Beteiligt an dieser Arbeit sind neben Heliatek seine Partnerfirma Novaled, seines Zeichens Hersteller organischer LEDs, das Institut für angewandte Photophysik der Technischen Universität Dresden und das ebenfalls in Dresden ansässige Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme.
Als die Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien im südostasiatischen Staat Malaysia am 1. Dezember an den Start ging, fand sie in der Solarstrombranche regen Zuspruch: innerhalb von wenigen Stunden war das Förderkontingent ausgelastet.

Malaysia ©flickr.com / rushmooradt
Die staatliche Förderung für erneuerbare Energien löste vor einigen Tagen einen regelrechten Run aus: nur wenige Stunden dauerte es, bis über die Server zur Onlineanmeldung so viele Anträge zur Projektförderung eingingen wie politisch vorgegeben möglich waren. Nach 209 Anträgen und einer stärkeren Serverbelastung als durch Stresstests erprobt, war der Zubaudeckel bereits erreicht.
Ginge es nach Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, schwenkt Deutschland bald wieder auf den diktierten Kurs der Strommonopolisten ein.
In einem sich entwickelnden politischen Streitgespräch zwischen dem Wirtschafts- und dem Umweltministerium nahmen die Teilnehmer Stellung und machten ihre Positionen klar. Während Philipp Rösler (FDP) im Begriff ist, zumindest verbal dem vorgeschlagenen Kurs der großen Stromkonzerne zuzustimmen und damit geradewegs auf den von ihnen geforderten “absoluten Deckel” zugeht, argumentiert das BMU mit harten Fakten und der Ablehnung des Deckels, der zu einem Abbruch der Solarförderung führen würde.
Auf der ersten Solar Investment Summit - Middle East in Dubai wird deutlich, dass sich in den beteiligten Ländern in den nächsten Jahren im Bereich der Solarenergie einiges rascher als zuvor entwickeln wird.

Solarenergie im Nahen Osten ©flickr.com / Dave Malkoff
Wie aus der Eröffnungsrede von Salem Al Shair, dem Vertreter des E-Governments der Vereinigten Arabischen Emirate, hervorgeht, würden sich die Länder des Nahen Ostens zu großen Märkten für die Solarbranche entwickeln. Die bisher auf den Export und die Förderung von Erdöl und Erdgas versteiften Staaten werden sich in Zukunft immer mehr der Stromerzeugung durch Solarenergie widmen.
Wie die Bundesnetzagentur gestern bekannt gab, wird die Vergütung von Solarstromeinspeisung ab dem nächsten Jahr um 15% sinken. Dennoch hält der Branchenverband an der Energie fest und hält Photovoltaik-Module auch weiterhin für lohnend.

Photovoltaik ©flickr.com / horstkress
Schlechte Nachrichten für alle Solarstromeinspeiser: ab dem 1. Januar 2012 wird die Vergütung für die Einspeisung aus Photovoltaik-Anlagen um weitere 15% sinken. Anlagenbetreiber erhalten somit nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) zwischen 17,94 und 24,43 Cent pro ins Netz eingespeiste Kilowattstunde. Wie die Bundesnetzagentur bekannt gab, wird wird die Vergütungshöhe je nach Größe und Standort der betriebenen Photovoltaik-Anlage bemessen.
Am Sonntag begann die diesjährige World Solar Challenge in Australien. Auf einer 3000km langen Rallye durch Australien kämpfen die Teilnehmer um die Bestplätze - auch eine deutsche Mannschaft ist dabei: das Team der Hochschule Bochum hatte sich qualifiziert.

World Solar Challenge ©flickr.com / Nuon Solar Team
Von der Stadt Darwin im Norden Australiens machten sich die 37 Teams mit ihren Solar-Autos am vergangenen Wochenende auf den Weg zum 3000km entfernten Adelaide im Süden des Kontinents, dem Ziel der World Solar Challenge in diesem Jahr. Nachdem die Teams an einem Briefing über die gesamte Veranstaltung teilnahmen und ihre Elektroautos einer Sicherheitsprüfung unterzogen wurden, konnte der Startschuss fallen.
Wie aus einer Analyse von IMS Research hervorgeht, erfahren die Gewinne in der Solarbranche in diesem Jahr einen deutlichen Einbruch. Die besten Zahlen schreiben noch die Modulhersteller - und auch im nächsten Jahr wird es voraussichtlich nicht besser.

Solarenergie ©flickr.com / Dachdecker-Dachbaumeister
Wie das britische Marktforschungsunternehmen IMS Research ermittelte, werden die Gewinne der Photovoltaikhersteller im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um etwa 70% sinken. Betrachtet wurden bei der Untersuchung die Branchenzweige Polysilizium, Wafer, Solarzellen und Wechselrichter. Der schon länger spürbare Preisverfall habe etwa zur Folge, dass die Bruttogewinne in den letzten drei Monaten des Jahres 2011 um 17% auf 12,4% sinken werden.