Vor 10 Jahren verabschiedete die Rot-Grüne Koalition das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, im Bundestag. In 10 Jahren hat sich viel getan, die Energiebranche durchläuft einem umfassenden Strukturwechsel. Sind wir auf dem Weg zu einer Revolution im Energiemarkt?
Worin besteht genau das EEG, und welche Ziele verfolgt die Bundesregierung mit diesem Gesetz? Die Antwort lässt sich kurz zusammenfassen: das EEG soll den Schutz von Klima und erdeigenen Ressourcen schneller vorantreiben. Stärkere Investitionen in den Regenerativsektor soll den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen schnell steigern. Bis 2020 sollen 30 Prozent des verbrauchten Stroms in Deutschland aus regenerativen Energiequellen stammen. Das Erfolgskonzept EEG wurde mittlerweile in über 40 Staaten der Welt kopiert.
Was bedeutet das EEG für den Verbraucher?
Bereits heute werden 16 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland durch erneuerbare Energien gedeckt. Innerhalb von 10 Jahren haben sich neue Technologien zur Erzeugung von Ökostrom aus Wind- und Wasserkraft, Sonnen- und Bioenergie sowie Erdwärme erfolgreich auf dem Markt etabliert. Jeder Verbraucher von Strom hat nach dem EEG eine Umlage von 2 Cent pro Kilowattstunde zu zahlen, wodurch die Förderung und der Ausbau von regenerativen Energien ohne Erhebung von zusätzlichen Steuern ermöglicht wird.
Zudem ist das EEG nach dem Verursacher-Prinzip konzipiert: Wer allgemein viel Strom verbraucht, muss gleichzeitig viel für den Ausbau von regenerativem Strom bezahlen. Gleichzeitig wird den Erzeugern von beispielsweise Solarenergie durch das EEG die Abnahme ihres abgespeisten Stroms garantiert, und das zu einem über 20 Jahre gültigen Festpreis.
Das Ende der Vorherrschaft der Energieriesen?
Der Kampf von David gegen Goliath ist im Moment noch sehr unausgeglichen, jedoch wird kleinen und mittelständischen Unternehmen der Zugang zum Strommarkt durch das EEG enorm erleichtert. Die eingespeiste Bioenergie geniesst gesetzlich legitimierten Vorrang gegenüber dem Atomstrom der Multikonzerne, und wird ihren Anteil über früher oder später überholen.
Besonders für private Erzeuger von Solarstrom wird es in diesen Tagen spannend: die Bundesregierung entscheidet aktuell über die Verabschiedung einer 100 Millionen schweren Sonderförderung mit dem klangvollen Namen “Innovationsallianz Photovoltaik“. Das Geld soll in die Forschung investiert werden, um so den preiswerten Absatz von Solartechnik zu fördern und so die Branche in Deutschland für den internationalen Wettbewerb fit zu halten.