In der Pionierzeit des Automobilbaus, also vor 1900, waren Elektroautos Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor überlegen. Verschiedene Quellen berichten, dass in Schottland schon 1839 das erste elektrisch betriebene Fahrzeug gebaut wurde. In Deutschland führte Werner von Siemens 1882 einen elektrisch angetriebenen Kutschenwagen vor (Foto links). Im Dezember 1898 stellte ein französischer Rennfahrer mit dem Elektroauto „Jeantaud Duc“ den Geschwindigkeitsrekord von 62,78 km/h auf. Diese Zeit wurde in den folgenden Jahren (natürlich ebenfalls mit Elektroautos) mehrmals überschritten bis man die magische 100 km/h Marke erreichte. Ab der Jahrhundertwende nahmen Autos mit Verbrennungsmotor die Oberhand. Elektromotoren konnten nicht mit deren Reichweite mithalten und wurden völlig vom Markt verdrängt.
Angesichts steigender Ölpreise und verheerender Umweltverschmutzung ist es höchste Zeit für ein Comeback. In den 1990er Jahren konstruierten VW und General Motors Elektroautos, deren Produktion allerdings schnell eingestellt wurde. Auch die Bemühungen anderer Hersteller wurden nach kurzer Zeit wegen angeblich mangelnder Nachfrage beendet. Umweltaktivisten werfen Autokonzernen vor, dem Druck der mächtigen Öl- und Autoverwertungsindustrie nachgegeben zu haben. Denn für den heutigen Markt konkurrenz- und leistungsfähige Elektroautos sind seit Jahren technisch
realisierbar. Das Modell EV1 von General Motors (Foto rechts), dessen Produktion 2002 eingestellt wurde, konnte mit 136 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h technisch durchaus mit Umwelt verpestenden Konkurrenten mithalten. Zudem brauchte der EV1 fast keine Wartung und Reparaturen, weil er über 90 % weniger bewegliche Teile als ein Auto mit einem Verbrennungsmotor verfügte. Dass dies sowohl Mechanikern als auch Ölmagnaten ein Dorn im Auge war, liegt auf der Hand.
Dennoch gibt es berechtigte Gründe, auf eine bessere Zukunft zu hoffen. So plant zum Beispiel der kalifornische Hersteller Tesla, mit dem neuen „Roadster“ (Foto unten), umweltfreundliche Autos wieder salonfähig zu machen. Das vollständig mit Elektroantrieb funktionierende futuristisch aussehende Modell schafft es von 0 auf 100 in vier Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Da man ihn zur Energieaufladung bloß an die Steckdose anzuschließen braucht, belaufen sich die Betriebskosten auf circa einen Euro pro 100 Kilometer! Es ist zu befürchten, dass geldgierige Geschäftsleute wieder alles daran setzen werden, die Massenproduktion des Tesla Roadster zu verhindern. Falls sie daran scheitern, könnte die gesamte Automobilindustrie zu Gunsten unserer Umwelt grundlegend revolutioniert werden.