Der letzte Blog-Beitrag gab bereits einen kleinen Einblick, was einem an Literatur im Bereich der erneuerbaren Energien auf der Leipziger Buchmesser erwarten könnte. Hier nun der Bericht, was es tatsächlich zu entdecken gab.
Bände über ökologisches Bauen und Energie sparen fanden sich wie zu erwarten war in größeren Ratgeber- und Heimwerkerreihen. Obwohl es in der technischen Fachliteratur bereits einiges an guten Büchern über Motoren und Zelltechnik zur Wind- und Sonnenkraftnutzung gibt, stellte sich die Leipziger Messe als wenig repräsentativ für Sachbuchverlage heraus. Es fanden sich vorwiegend Fachbücher zu biologisch naturwissenschaftlichen Themen und stark vertreten gesellschaftswissenschaftliche Sachbücher (eine gute Übersicht zu Fachmedien bietet z.B. diese Site).
Strom und Wärme aus Biogas und Holz sind zwar altbekannte Energiequellen. Die Verwendung von Miscanthus Gras, Pappel Hybriden im Kurzumtrieb und diverse Landwirtschaftsabfälle sind jedoch ebenso neu wie die Technologien zu deren Weiterverarbeitung (z.B. Pellets zur Energiegewinnung aus Holzabfall). Hinzu kommt, die Bandbreite an neu erschlossenen Bio-Energiequellen ist sich fortwährend am erweitern (so sind Algen zur Biodieselgewinnung unter anderem ein neuer Forschungsansatz).
Einen ersten umfassenden Einblick in den Bereich der Bioenergie bietet der akademische Verlag Spektrum mit “Industrial Ecology”. Das Buch behandelt den Umstieg auf regenerative Stoff- und Energiequellen, Recycling, sowie die Optimierung von Produkten und Dienstleistungen, Prozessen und gesamten Industrieanlagen. Auch der KTBL (Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft) Verlag ist für Themen der Bioenergie zu empfehlen. “Ökologische und ökonomische Bewertung nachwachsender Energieträger” bietet eine umfassende Sammlung aktueller Forschungsbeiträge aus verschiedenen Perspektiven der Nutzung biologischer Energieträger.
Zusätzlich zu den Fachbüchern gibt es Zeitschriften, welche sich auf das Thema erneuerbare Energien spezialisiert haben wie etwa die “Zeitschrift für Energiewirtschaft”. Einige erwähnte ich bereits als Referenz gegenüber der Meinungsmache von Autoren welche offensichtlich ihre Forschung von Firmen wie Vattenfall oder RWE gesponsort bekommen. Eine Übersicht findet sich hier unter der Rubrik Energie- / Baustoffindustrievon Abo-direkt, welche auch auf der Messe vertreten waren. Schlussendlich seien noch die Sonderausgaben bekannter Magazine wie “Ökotest” und “Spektrum Wissen” erwähnt. In der zur Buchmesse erschienen “Zeit Wissen” findet sich ein empfehlenswerter Artikel über ganzheitliche Stadt-Energiemodelle, welche in ihren Ansätzen stark an die Grundfesten der Transition Towns erinnern.
Obwohl die Leipziger Buchmesse an sich sehr groß ist, bleibt für eine Suche nach Fachliteratur zu alternativen Energien wohl doch die noch größere Frankfurter Buchmesse abzuwarten. Bis dahin empfehle ich lese-hungrigen hier einen Blick hineinzuwerfen für mehr Literatur.