Die Subventionierung von Solarstrom wird voraussichtlich bereits im Sommer 2010 um bis zu 30 Prozent zurückgefahren. Die geplante Förderkürzung für Solarstromproduzenten ist in der Branche auf scharfe Kritik gestoßen, die Bundesregierung sowie Verbraucherschützer halten die Absenkung jedoch für notwendig.
Um eine Über-Subventionierung von Solarenergie zu unterbinden, plant die schwarz-gelbe Regierung bereits im April 2010 eine Drosselung der Zuschüsse um bis zu 17 Prozent. Im Februar soll über die Gesetzesvorlage des Bundesumweltministeriums entschieden werden.
Damit Verbraucher in Zukunft weniger für Energie bezahlen müssen, soll die Produktion von Solarstrom geringer subventiert werden – denn der Energieverbraucher zahlt die Förderung über seine Energiekostenabrechnung. Im Durchschnitt wird eine Kilowattstunde Sonnenstrom mit 36 Cent vergütet. Da jedoch im Verhältnis zu den anderen Energieformen Solarstrom trotz der Gewinne für die Unternehmen nur knapp zwei Prozent der gesamten produzierten Energie ausmacht und relativ zum sonstigen Ökostrom auch nicht wirklich viel (um die 14 Prozent) ist, entsteht ein Missverhältnis zwischen Förderung und Ergebnis. Dem will die Bundesregierung entgegenwirken, indem sie die Förderungen kürzt, um mehr Anreize zu schaffen, Kosten zu senken und den Ausbau zu beschleunigen. Laut Spiegel Online werden die Unternehmen für Solaranlagen trotzdem weiterhin gut verdienen.
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) übte scharfe Kritik an der Kürzung. Er geht davon aus, dass „große Teile der deutschen Solarwirtschaft“ die Kürzung nicht überstehen werden und in Deutschland bis zu 50.000 Stellen als gefährdet sind. Die Aktienkurse der Solarstromproduzenten sind kurz nach der Ankündigung des Subventionsabbaus stark gefallen. Einem Abbau von Subventionen steht die Solarbranche grundsätzlich offen gegenüber, jedoch ist die Schnelligkeit und das Ausmaß der Förderabsenkung für viele Unternehmen überraschend.