Alternative Energie

Fossile Energie war gestern
 


Schallschutz in der Nordsee

Autor: Franziska
abgelegt in: Windenergie

Um sich im Meer zu orientieren, nutzen die Wale ihr Gehör. Weil der Schall, der beim Setzen von Offshore-Fundamenten entsteht, zu einer Orientierungslosigkeit dieser artgeschützten Tiere führt, nutzte ein Windparkbetreiber nun eine neue Methodik beim Einrammen der Pfähle.

Offshore ©flickr.com / nrdc_media
Offshore ©flickr.com / nrdc_media

In dem 56 Quadratkilometer großen Bereich des bereits seit dem letzten September in der ersten Bauphase befindlichen Trianel-Windpark Borkum West II leben geschätzt 50 bis 100 Schweinswale. Die entstehenden Schallwellen beim Einrammen der Betonpfähle für die Offshore-Aktivität nehmen allerdings ein derartiges Ausmaß an, das nicht nur starke Störungen für die Tiere bedeutet sondern bis zur Taubheit führen kann. Aus diesem Grund wird für die Ausstellung einer Offshore-Genehmigung die Einhaltung eines Lärmschutzwerts in Höhe von 160 Dezibel in 750 Meter Schallquellenentfernung vorausgesetzt.

Wie der Trianel-Geschäftsführer Klaus Horstick erklärt, habe es jedoch bisher noch keine Technologie gegeben, welche diese Schallschutzwirkung erreichen konnte. Mit dem sogenannten “Blasenschleier” scheint dies aber anders auszusehen. Um ihn zu installieren, wird ein perforierter, etwa 500 Meter langer Schlauch um die Baustelle gelegt und mit Druckluft befüllt. Dadurch steigt dieser dann mit Millionen von kleinen Bläschen vom Meeresgrund bis zur Wasseroberfläche und erzeugt einen Blasenschleier. Mit seiner Hilfe können die Schallwellen gedämmt werden und den nach außen drängenden Lärm nach Aussagen des Trianel-Sprechers Thyen um circa ein Zehntel seiner Ursprungslautstärke dezimieren.

Dabei ist die Technik gar nicht so neu: mit einem ähnlichen Verfahren wurden bereits die Sprengungen von Minen begleitet, welche seiner Zeit in der Nord- und Ostsee gelandet waren. Im Rahmen eines Forschungsprojektes des Bundesumweltministeriums wurde diese Technologie weiterentwickelt und in dieser Größenordnung nun erstmals in Borkum West II angewendet.
Pro Fundament lägen die Einsatzkosten bei etwa 125.ooo Euro, was bei 40 Turbinenfundamenten einem finanziellen Mehraufwand von insgesamt fünf Millionen Euro entspricht.

(Quelle)


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