Alternative Energien als Mittel gegen den Klimawandel und Verknappung fossiler Ressourcen. Energie sparen und Effiziens steigern. Global denken, lokal handeln. Sind solche Konzepte für den einzelnen Bürger zu fassen und darüber hinaus gar umzusetzen? Ja, in Transition Towns!
Während Politik und Wirtschaft angesichts solch weitreichender Probleme in Diskussionen oder bestenfalls Bekundungen verharren, hat es sich eine kleine Gemeinschaft in Großbrittanien zur Aufgabe gemacht den Schritt vom Umdenken zum Handeln selbst in die Hand zu nehmen. In den letzten 3 Jahren sind dort in Kommunen und Regionen Graswurzelbewegungen entstanden, welche es sich als Ziel gesetzt haben mehr Unabhängigkeit von Ölförderungen und Verkleinerung ihres ökologischen Fußabdrucks durchzusetzen. Mit Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg schloss sich 2008
auch erstmals eine deutsche Gruppe der globalen Bewegung an.

Die Transition Town Bewegung geht zurück auf Rob Hopkins, einem Lehrmeister der Permakultur. Permakultur beschäftigt sich vorwiegend mit Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Mit der Natur als Vorbild, setzt sich die Permakultur die Aufgabe möglichst wenig in natürliche Prozesse einzugreifen und ökologische Kreisläufe mit Respekt zur Umwelt für die Bedürfnisse des Menschen anzupassen. Diese Gestaltungsprinzipien übertrug Hopkins zusammen mit seinen Studenten auf die Stadtplanung. Und was hieße das für einen Berliner Transition Town Anhänger?
Viele Leitsätze sind uns schon im Rahmen von Bio-Kampagnen, Konsumfragen oder dem Ruf nach mehr Basis-Demokratie zu Ohren gekommen; lokales Wirtschaften, lokale Ernährung, lokale Energieversorgung (Bioenergiedorf Jühnde lässt grüßen), nachhaltige Bildung und alternative Gesundheitsvorsorge oder die Förderung der Selbstversorgung. Die Transition Town Bewegung vereint all diese Aspekte zu einem Konzept und besinnt sich in der Anwendung sowohl auf alte Kulturtechniken als auch moderne Technologien. Wichtigstes Merkmal bleibt der “Bottom-Up” Ansatz, welcher durch Vernetzung Synergien und neue Projekte schafft, ganz entgegen dem unbefriedigenden „Top-Down“-Ansatz der lokalen Agenda 21. Dies kann in der Umsetzung vom Miniwindrad im Garten bis hin zu Basisinitiativen wie „Mediaspree
versenken“ führen.
Die noch junge Gemeinschaft trifft sich etwa einmal die Woche um Prinzipien und zukünftige Vorhaben zu diskutieren und planen. Das überaus interessante Spektrum ihrer bisherigen Themen lässt sich hier auf ihrer Homepage nachlesen. Neue Mitstreiter sind immer willkommen.
Gerade weil diese Bewegung viele bekannte Aspekte zusammenführt, könnte sie in Zukunft mehr denn andere NROs (Nicht-Regierungsorganisationen) Anlaufpunkt und Schnittstelle für gesellschaftliche Änderungen werden. Es wäre schön in Zukunft mehr von Berlin als Transition Town zu hören.